Deutsch-französische Arbeitsgruppe

Zielsetzung der Zusammenarbeit und aktuelle Kooperationsaktivitäten

Mit der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land NRW und der Académie Lille bekunden beide Seiten unter anderem ihr Interesse an der Förderung wechselseitiger deutsch-Kontaktseminar: Arbeitsgruppefranzösischer Kontakte in der Berufsbildung. Wesentliches Ziel der unterzeichneten Kooperationsvereinbarung ist es aus Sicht der beruflichen Bildung

  • die Mobilität von jungen Menschen in der Ausbildung im deutsch-französischen und europäischen Wirtschaftsraum zu fördern,
  • ihnen kulturelle und berufliche Auslandserfahrung zu ermöglichen,
  • ihre Fremdsprachenkompetenz zu erweitern sowie die Transparenz der beiden Bildungssysteme weiter zu erhöhen.

Daraus lassen sich folgende konkrete Zielsetzungen für die berufliche Bildung ableiten:

  • Steigerung der deutsch-französischen Schüleraustausche in der beruflichen Bildung
  • Kontaktseminar: PräsentationErhöhung der Lehrkräftemobilität
  • Gewinnung von Betrieben für die Praktikumsdurchführung
  • Schaffen eines gemeinsamen Qualitätsrahmens für die Durchführung von Auslandspraktika
  • Gemeinsame Erarbeitung von projektförmigen Lernsituationen, die durch entsprechende Lehr-/Lernarrangements im Rahmen der Auslandspraktika umgesetzt werden können
  • Förderung der Lernergebnisorientierung bzw. der Zertifizierung von Auslandspraktika

Zur Umsetzung der Ziele ist die Gründung eines deutsch-französischen Koordinierungsausschusses festgeschrieben, der ein Arbeitsprogramm entwickelt, in dem Projekte und Aktivitäten festgelegt werden.
Als wesentliche Aktivitäten wurden für die berufliche Bildung vereinbart:

  • Entwicklung und Abstimmung eines Qualitätsrahmens für Auslandspraktika (incl. Zertifizierung der dabei durch die Schülerinnen und Schüler erworbenen Kompetenzen)
  • Entwicklung, Dokumentation und Erprobung von projektförmigen Lernsituationen (Projekten), die integrativ berufsbezogene, fremdsprachliche und interkulturelle Kompetenzen fördern
  • ausgewählte Sektor-bezogene Projekte zur Erfassung und Messung von berufsbezogenen Kompetenzen sowie von fremdsprachlichen und interkulturellen Kompetenzen
  • Erprobung und Transfer der Projektergebnisse

Kontaktseminar: Gruppenfoto

Geplantes Vorgehen bzw. mögliche Aktivitäten zur Umsetzung

Ein mögliches stufenweises Vorgehen könnte in folgenden Schritten realisiert werden:

Phase 1: Durchführung eines gemeinsamen Kontaktseminars von interessierten deutschen und französischen Partnerschulen / Treffen erster Vereinbarungen: Zu einem gemeinsamen Kontaktseminar (hier zunächst in Lille am 19. und 20. März 2015) werden Schulen (Schulleitungen, Bildungsgangleitungen, begleitende Lehrkräfte) eingeladen, die in den ausgewählten Berufen an einem Austausch mit einer Schule in dem Partnerland interessiert sind bzw. – bei vorhandenen Partnerschaften und Austauschen – die Austausche im Sinne einer Lernergebnisorientierung optimieren und die Kooperation nachhaltig gestalten möchten.

Für Schulen, die noch keine Partnerschule in dem betreffenden Bildungsgang haben, dient das Kontaktseminar zunächst primär dazu, erste Möglichkeiten der Kooperation zu erkunden und zu konkretisieren. Außerdem kann auf diesem Treffen eine erste Orientierung und Harmonisierung zu den Qualitätsstandards erfolgen (etwa Zertifizierung im Europass). Eine finanzielle Unterstützung durch das Deutsch-französische Jugendwerk ist gegeben.

Phase 2: Entwicklung von Lernergebniseinheiten, die integrativ berufsbezogene, fremdsprachliche und interkulturelle Kompetenzen (in Lernortkooperation) fördern.

Phase 3: Durchführung eines Seminars zum Austausch der Entwicklungsergebnisse bzw. zur Abstimmung der finalen organisatorischen Umsetzung. Auf einem Folgeseminar in NRW (hier in Düsseldorf ebenfalls weitgehend finanziert auch durch das DFJW) soll ein Austausch/ eine Präsentation zu den Entwicklungsergebnissen unter den beteiligten Lehrkräften/Ausbildern aus beiden Ländern erfolgen. Darüber hinaus erfolgt zwischen den Partnern die organisatorische Konkretisierung der Austausche. Außerdem kann auf diesem Treffen eine erste Weiterentwicklung und Harmonisierung nach vereinbarten Standards erfolgen (etwa Zertifizierung im Europass).

Phase 4: Erprobung der abgestimmten Entwicklungsergebnisse in den jeweiligen Austauschpraktika von deutschen und französischen Partnerschulen in der Beruflichen Bildung.

Phase 5: Dokumentation von Good-Practice-Lösungen sowie Entwicklung und Abstimmung eines Qualitätsrahmens für Auslands-Praktika im berufsbildenden Bereich (incl. Zertifizierung der dabei durch die Schülerinnen und Schüler erworbenen Kompetenzen). Die Ergebnisse können zum Beispiel im Rahmen einer gemeinsamen Tagung der Öffentlichkeit vorgestellt werden (z. B. im Sommer 2016). Eine solche Option gäbe weiteren Schulen die Möglichkeit, Austauschpraktika von französischen und deutschen Partnern zu erhöhen bzw. zu optimieren.